Nun, ich sage es gleich zu Beginn: Oscarverdächtiges war nicht zu entdecken. Und trotzdem war der Besuch des Filmes „Real Steel” durchaus unterhaltsam.
So entwickelt sich eine vielleicht nicht wirklich neue, aber von den beiden Protagonisten Hugh Jackman und Dakota Goyo ansehnlich umgesetzte Vater-Sohn-Geschichte, die mit dem wohl eigentlichen Genre konkuriert: der Film ist ein klassisches Sportlerdrama, nur dass eben 900kg schwere High-Tech-Roboter aufeinander einprügeln.
Ein etwas abgewracktes Model fällt den beiden bei einem nächtlichen Schrottplatzbesuch in die Hände. Obwohl Jackman sich nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Promoter dieser Geräte versucht, allerdings über üble Halbweltkämpfe nicht hinauskommt, will er den von seinem Sohn ATOM getauften Sparringsroboter zunächst gar nicht einsetzen.
Doch dieser erweist sich nach einigen in einer Nacht- und Nebelaktion von Goyo eingebauten Modifikationen als durchaus konkurrenzfähig. Und da gemeinsame Siege ja bekanntlich verbinden, werden auch Vater und Sohn ein gutes Team. Als Höhepunkt des Filmes kämpft ATOM gegen den übermächtig erscheinenden Weltmeister der Roboter.
Und dieser Kampf ist wirklich ein großes Spektakel. Alle, aber auch alle Register, die einem zu Boxfilmen einfallen, werden hier gezogen, selbst auf die Zeitlupenbilder von harten Treffern braucht man nicht zu verzichten und das Schöne dabei: man sieht keine verzerrten, deformierten Gesichter, es fliegt kein Speichel und kein Blut, nein, es wird mit unglaublicher Power wie von Dampfhämmern aufeinander eingedroschen und es fliegen Funken und Metallspäne.
Die Trainer ackern wie blöde am Ring, die Kontrahenten stehen immer wieder auf, auch wenn die Schaltkreise schon glühen, das Publikum ist in Ekstase, die Moderatoren des Fights ebenfalls und in der erste Reihe sitzen die Herzdame des Vaters und die Pflegeeltern des Jungen und weinen. Trotzdem hebt es einen fast aus dem Sitz, so gut, respektive rasant ist das ganze inszeniert.
Also: keine Oscars für niemanden, solides Popcornkino ohne Tiefgang. Der Sohn ist eine Mischung aus süß und cool, der Vater ist ein sexy Looser und der Roboter ist die Transformation von ET in unsere Zeit. Wen überrascht das, wenn der Produzent Steven Spielberg heißt.
Lediglich ein verstohlener Blick von ATOM vor dem Kampf in einen der Bodenspiegel läßt einen erahnen, dass in einer Fortsetzung (für 2013 schon avisiert) vielleicht noch ein bißchen mehr kommen kann. Kann dann auch nicht schaden, zwei Filme trägt das Plot dann doch nicht.
...wir waren uns für eine Millisekunde nicht sicher, ob der Film unter unserem sonstigen cineastischen Niveau liegt, aber ein Blick in die Augen des Gegenüber machte klar: YES, der muss sein!